ANSTAND & SITTE

Sitten1

Tischmanieren, Umgangsformen und wie man sich in Gesellschaft verhält lernt man bestenfalls in jungen Jahren. Jedenfalls haben mir meine Eltern erklärt wie Messer und Gabel zu benutzen sind, und das ich niemanden die Tür vor der Nase zu schlage.
Meine Großmutter war hier noch rigoroser. Falls das gemeinsame Essen nicht so ablief, wie sie es sich vorstellte, z.B. das die Schöpfkelle im Suppentopf mit der Löffelseite nach oben zeigte, schlug sie mit der flachen Hand auf dem Tisch und ermahnte: „Ich wahr nur in guten Häusern!“
Dies stimmte auch, denn Sie wahr als Hausmädchen bei verschiedenen industriellen Familien unter Vertrag gewesen und konnte dies mit vorbildlichen Zeugnissen belegen.

Sitten2

Aus Ihrem Nachlass stammt auch das Buch das ich Euch vorstellen möchte. Der Titel „SITTEN – Ein Leitfaden fürs Haus“ sagte eigentlich schon alles.
Es stammt aus dem Jahr 1931 und behandelt alle Themen des guten Benehmens und Haushaltens. Angefangen wie decke ich den Tisch, wie habe ich mich gegenüber meiner Angestellten zu verhalten, wenn sie mir den Tee servieren, wie esse ich Spargel richtig und wie empfange ich eine Dame oder Herren zu Besuch. Das ganze Buch ist reich mit Fotografien bebildert. Diese sind
anscheinend manuell noch nach bearbeitet worden.

Sitten4
Sitten3

Am schönsten finde ich den Ausdruck, Servietten „brechen“ für „falten“ und die passende Anleitungen dazu. Sowie die Übersicht, wie die Gläser eingedeckt werden. Denn ehrlich gesagt vergesse ich immer, wie das Wasserglas zum Weinglas stehen muss.
Ich will hier nicht ein steifes Verhalten propagieren aber ein schön gedeckter Tisch und lieb gemeinte Umgangsformen haben noch niemand geschadet.

Das Buch ist antiquarisch noch z. B. auf Amazon erhältlich.

In Erinnerung an meine Münchner Oma.

 

Alle Bilder: Michael Sarreiter

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